Kosten und Kalkulation · 6 Min. Lesezeit

Was kostet Drahterodieren?

Wie ein Preis beim Drahterodieren entsteht, welche Faktoren ihn treiben und wo Sie schon bei der Konstruktion Kosten sparen können.

Beim Drahterodieren bezahlen Sie in erster Linie Maschinenzeit: Marktübersichten wie der Erodieren Marktplatz nennen für Lohnerodieren Stundensätze von etwa 50 bis 120 € pro Maschinenstunde. Der Preis eines Teils hängt aber weniger vom Stundensatz ab als davon, wie lange die Maschine braucht, und das bestimmen vor allem Schnittlänge, Werkstückhöhe und die Zahl der Nachschnitte. Hinzu kommen Programmieren, Rüsten und Messen, die bei Einzelteilen einen großen Anteil ausmachen.

Wie ein Preis beim Drahterodieren entsteht

Jedes Angebot für ein drahterodiertes Teil setzt sich aus vier Blöcken zusammen:

  1. Programmieren und Rüsten: Die Kontur wird aus den CAD-Daten übernommen, die Schnitttechnologie festgelegt, das Werkstück gespannt und ausgerichtet. Dieser Aufwand fällt einmal pro Auftrag an, egal ob Sie ein Teil oder zwanzig bestellen.
  2. Maschinenzeit: Hauptschnitt und Nachschnitte. Sie ist fast immer der größte Posten.
  3. Material und Verbrauch: Rohteil, sofern nicht beigestellt, außerdem Draht, Filter, Dielektrikum und gegebenenfalls Startlochbohrungen.
  4. Messen und Dokumentation: Prüfung der Maße und bei Bedarf ein Messprotokoll.

Stundensätze verschiedener Anbieter sind deshalb nur bedingt vergleichbar. Eine neuere Anlage mit höherem Satz kann ein Teil schneller und damit günstiger fertigen als eine ältere mit niedrigerem Satz. Vergleichen Sie Angebote am besten über den Preis je Teil.

Die Zeitlogik: Schnittfläche in mm²

Die Leistung einer Drahterodiermaschine wird üblicherweise als Schnittrate in mm² pro Minute angegeben. Die Schnittfläche ergibt sich aus Konturlänge mal Werkstückhöhe. Eine Kontur mit 200 mm Umfang in einer 40 mm hohen Platte ergibt also 8.000 mm². Wie schnell die Maschine diese Fläche schneidet, hängt von Drahtdurchmesser, Werkstoff, Höhe und Spülbedingungen ab. Jeder Nachschnitt fährt dieselbe Kontur ein weiteres Mal ab, mit weniger Energie und höherem Vorschub, kostet aber jedes Mal zusätzliche Laufzeit.

Die sechs wichtigsten Kostenfaktoren

Faktor Wirkung auf die Kosten Tipp für Konstruktion und Anfrage
Schnitthöhe Die Schnittfläche wächst linear mit der Höhe, bei großen Höhen wird zudem die Spülung schwieriger Nur so hoch erodieren wie nötig, Aufmaß vorher abfräsen
Konturlänge und Radien Lange Konturen erhöhen die Schnittfläche, sehr kleine Innenradien erfordern dünneren Draht und langsamere Technologie Innenradien so groß wählen, wie die Funktion es erlaubt
Nachschnitte (Toleranz, Oberfläche) Jeder Nachschnitt verlängert die Laufzeit Enge Toleranzen und feine Ra-Werte nur an Funktionsflächen
Werkstoff Hartmetall und Kupfer schneiden sich in der Regel langsamer als Werkzeugstahl, die Härte selbst spielt kaum eine Rolle Werkstoff und Wärmebehandlungszustand angeben
Konus Schräge Schnitte brauchen aufwendigere Programmierung und laufen langsamer Winkel und Bezugsebene eindeutig bemaßen
Stückzahl und Stapeln Rüst- und Programmierzeit verteilt sich auf mehr Teile, flache Teile lassen sich gestapelt schneiden Wiederkehrende Teile bündeln

Schnitthöhe und Kontur

Die Höhe wirkt doppelt: Sie vergrößert die Schnittfläche, und bei hohen Werkstücken muss die Maschine langsamer schneiden, damit die Abtragspartikel sicher aus dem Spalt gespült werden. Wer ein Teil mit viel Aufmaß anliefert, bezahlt diese Höhe mit. Kleine Innenradien sind beim Drahterodieren zwar möglich, erzwingen aber dünne Drähte. Bei CSM schneiden wir mit Draht ab Ø 0,1 mm, das ist für feine Konturen richtig, für einfache Durchbrüche aber unnötig langsam.

Toleranz und Oberfläche

Der Hauptschnitt trennt die Kontur heraus, die Nachschnitte bringen Maß und Oberfläche. Ein Stempel mit Passung zur Matrize braucht mehrere Nachschnitte, eine Freimachung daneben nicht. Wenn nur die Funktionsflächen eng toleriert sind und der Rest nach Allgemeintoleranz gefertigt werden darf, sinkt die Laufzeit spürbar. Welche Werte bei welcher Schnittzahl realistisch sind, zeigt der Ratgeber Toleranzen und Oberflächen beim Drahterodieren.

Stückzahl, Stapeln und mannlose Laufzeit

Bei Einzelteilen und Ersatzteilen machen Programmieren und Rüsten oft einen großen Teil des Preises aus. Bei Kleinserien stapeln wir gleiche, flache Teile und schneiden sie in einem Durchgang. Bei Serien laufen die Anlagen auch mannlos über Nacht, was die Kosten je Teil zusätzlich senkt.

Beispielrechnung: Zeiten statt Euro

Das folgende Beispiel ist bewusst anonymisiert und mit angenommenen Werten gerechnet. Es ist keine Kalkulation von CSM, sondern zeigt, wie sich die Zeit auf die einzelnen Schritte verteilt. Angenommen wird eine Schneidplatte aus gehärtetem Werkzeugstahl, 40 mm hoch, mit einer inneren Kontur von 200 mm Umfang und Passung zum Stempel.

Schritt Annahme Zeit
Programmieren Kontur aus STEP oder DXF übernehmen, Technologie wählen 20 bis 40 min
Startloch eine Bohrung durch 40 mm wenige Minuten
Rüsten und Ausrichten Platte spannen, Bezüge antasten 20 bis 30 min
Hauptschnitt 8.000 mm² bei angenommenen 80 bis 120 mm²/min 65 bis 100 min
Drei Nachschnitte je nach Technologie und Werkstoff 45 bis 90 min
Messen Kontur, Lage und Passung prüfen 15 bis 20 min

In Summe ergeben sich rund 3 bis 5 Stunden, davon etwa 2 bis 3 Stunden reine Maschinenlaufzeit. Zwei Dinge fallen auf: Die Nachschnitte können fast so lange dauern wie der Hauptschnitt, und Programmieren, Rüsten und Messen machen bei einem Einzelteil gut ein Drittel der Zeit aus. Wird dieselbe Platte zehnmal bestellt, fällt das Programmieren nur einmal an, und der Preis je Teil sinkt deutlich.

So senken Sie die Kosten

  • Toleranzen gezielt vergeben: Enge Maße nur an Funktionsflächen, alles andere nach Allgemeintoleranz, zum Beispiel DIN ISO 2768.
  • Innenradien großzügig wählen: Jeder Zehntelmillimeter mehr Radius erlaubt einen dickeren Draht und schnellere Schnitte.
  • Startlöcher vorsehen: Wird das Teil erst nach dem Bohren gehärtet, können Startlöcher vorher konventionell gebohrt werden. Im gehärteten Zustand erodieren wir sie mit Startlocherodieren im Bereich Ø 0,15 bis 3,0 mm bis 100 mm Tiefe.
  • Werkstück vorbereiten: Plane Auflageflächen, definierte Bezugskanten und wenig Aufmaß verkürzen Rüsten und Schnitt. Fräsen und Schleifen erledigen wir bei Bedarf im selben Haus.
  • Teile bündeln: Mehrere Positionen in einem Auftrag teilen sich Rüstzeit, gleiche flache Teile lassen sich stapeln.
  • Saubere Daten schicken: Eine maßstäbliche DXF- oder STEP-Datei spart Programmierzeit. Unser CAD/CAM-System PEPS übernimmt alle gängigen Formate direkt.

Drahterodieren, Fräsen oder Laser: was ist günstiger?

Drahterodieren ist nicht immer die billigste Lösung, aber oft die einzige, die das Teil in einem Schritt fertig macht. Als Faustregel gilt:

  • Laserschneiden ist bei dünnen Blechen und hohen Stückzahlen meist günstiger, solange Toleranzen im Zehntelmillimeterbereich genügen und die Wärmeeinflusszone an der Schnittkante nicht stört.
  • Fräsen lohnt sich bei weichen Werkstoffen, offenen Konturen und viel Zerspanvolumen.
  • Drahterodieren ist im Vorteil bei gehärteten Werkstoffen, Hartmetall, engen Toleranzen, scharfen Außenecken, kleinen Innenradien und hohen Werkstücken mit durchgehender Kontur.

Oft ist die Kombination am wirtschaftlichsten: Das Rohteil wird gefräst, gehärtet und danach nur die Funktionskontur erodiert. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Drahterodieren, Senkerodieren oder Laserschneiden?

Angebot anfragen

Für ein schnelles und belastbares Angebot für Drahterodieren brauchen wir:

  • Zeichnung als PDF und 3D- oder 2D-Daten als STEP oder DXF
  • Stückzahl, bei Serien auch den voraussichtlichen Jahresbedarf
  • Werkstoff und Härte, bei beigestellten Rohteilen den Zustand
  • Toleranzen und Oberflächenangaben an den Funktionsflächen
  • Ihren Wunschtermin

Laden Sie Ihre Unterlagen über unsere Anfrage hoch. Wir melden uns mit Preis, Liefertermin und dem Hinweis, wo sich an Ihrem Teil gegebenenfalls noch Kosten sparen lassen.

Häufige Fragen kurz beantwortet

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie direkt in der Fertigung an oder schreiben Sie uns.

Frage stellen

Was kostet eine Stunde Drahterodieren?

Marktübersichten wie der Erodieren Marktplatz nennen für Lohnerodieren etwa 50 bis 120 € pro Maschinenstunde. Der Satz hängt von Maschine, Region und Auftragsgröße ab. Aussagekräftiger als der Stundensatz ist die Maschinenzeit, die Ihr Teil tatsächlich braucht.

Wie teuer ist Drahterodieren?

Der Preis hängt vor allem von Schnittlänge, Werkstückhöhe und Zahl der Nachschnitte ab. Dazu kommen Programmieren, Rüsten und Messen. Ein belastbarer Preis entsteht deshalb erst anhand der Zeichnung. Senden Sie uns Ihre Daten über die Anfrage.

Ist Drahterodieren Lohnarbeit?

Häufig ja. Viele Werkzeugbauer und Maschinenbauer haben keine eigene Drahterodiermaschine oder zu wenig Kapazität und vergeben die Teile an spezialisierte Lohnfertiger. CSM fertigt als Lohnfertiger ab Stückzahl 1, vom Ersatzteil bis zur Serie.

Wie genau ist Drahterodieren?

Drahterodieren arbeitet im µm-Bereich. Die erreichbare Toleranz hängt von Maschine, Werkstoff, Werkstückhöhe und Zahl der Nachschnitte ab. Bei CSM erreichen wir auf der AGIECUT Vertex 1 mit Nachschnitten Oberflächen bis Ra 0,05 µm. Mehr im Ratgeber Toleranzen und Oberflächen.

Was kostet eine Stunde CNC-Fräsen?

Das hängt stark von der Maschine ab: Ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum wird anders kalkuliert als eine 3-Achs-Fräsmaschine. Einen pauschalen Wert nennen wir deshalb nicht. Wird ein Teil gefräst und erodiert, kalkulieren wir beide Schritte gemeinsam in einem Angebot.

Senden Sie uns Ihre Zeichnung

Laden Sie Zeichnung oder 3D-Modell hoch. Angebot in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Adresse
Lugwaldstraße 24
75417 Mühlacker
Erreichbar
Mo bis Fr, 7:30 bis 17:00 Uhr

Für ein schnelles Angebot brauchen wir

  1. Zeichnung als PDF, dazu STEP oder DXF
  2. Stückzahl und Wunschtermin
  3. Werkstoff und Härte, falls bekannt
  4. Toleranzen und Oberflächenangaben
Cemal Murat, Geschäftsführer der CSM Feinwerktechnik GmbH

Cemal Murat

Geschäftsführer, prüft jede Anfrage persönlich

Zeichnung / 3D-Modell

    Wir behandeln Ihre Unterlagen vertraulich, auf Wunsch mit Geheimhaltungsvereinbarung.